Anfang November 2025
Von Petra Scherz
Manche Begegnungen sind kein Zufall. Sie fühlen sich an wie ein leiser Ruf – und man weiß sofort: Da muss ich hin.
Durch Steffi Plösser und einen Kontakt aus meiner früheren Zeit in Kilifi wurde ich auf Steffis neues Herzensprojekt aufmerksam: die Tumaini Star Academy in Majengo.
„Steffi, natürlich besuche ich deine kleine, neue Schule“, war mein erster Gedanke.
Die zweite Frage folgte sofort: Wie komme ich dort hin? Die Antwort hieß Pamela. Pamela ist Lehrerin, Managerin dieses Projektes und die gute Seele vor Ort.
Wir schrieben zunächst ein wenig über WhatsApp, und schon bald stand fest: Wir treffen uns persönlich und fahren gemeinsam zur Schule. Pamela kam mit dem Matatu, ihr Auto war gerade in Reparatur. Gemeinsam mit Patrick, meinem langjährigen Tuk-Tuk-Fahrer – zuverlässig, sicher und fair –, holten wir sie an der Matatu-Station ab. Dank Fotos, gegenseitigem Winken und Patricks geübtem kenianischem Auge fanden wir uns schnell.

Dann ging es los: rund 15 Kilometer hinaus aus Mtwapa, Richtung Kikambala, rechts ab nach Majengo. Dort angekommen erwarteten uns nicht nur die 15 Kinder und ihre Lehrerin, sondern auch der Eigentümer der gemieteten Räume – und eine Mama, die täglich, dank Spenden, eine einfache, aber sättigende Mahlzeit für die Kinder zubereitet.




Die Kinder waren überrascht über unseren Besuch – und gleichzeitig voller Freude. Dass sie überhaupt Unterricht haben, ist alles andere als selbstverständlich. Diese Kinder stammen aus sehr armen Verhältnissen. Ihre Eltern können sich reguläre Schulbildung schlicht nicht leisten. Genau deshalb gibt es Tumaini – Hoffnung.
Hier bekommen sie mehr Unterricht als an staatlichen Schulen. Und das Schönste: Diese Kinder wollen hier lernen. Nicht nur wegen der warmen Mahlzeit – sondern aus echtem Hunger nach Wissen.
Es war bewegend, ihnen zuzusehen und zuzuhören.
Ich richtete ein paar Worte an sie, die von der Lehrerin übersetzt wurden:
Wie sehr ich mich freue, sie so fröhlich lernen zu sehen. Dass ich jedem Kind einen Stift und ein kleines Päckchen Kekse mitgebracht habe – denn Lernen ist genauso wichtig wie gutes Essen. Nahrung für den Geist und für das Gehirn.
Und ich versprach ihnen: Ich komme 2026 wieder.
Zum Abschluss beteten wir gemeinsam – Erwachsene und Kinder. Für Schutz, für Segen, für dieses Projekt, für diese Zukunft.
Dann hieß es Abschied nehmen: Kwa heri ya kuonana – auf ein Wiedersehen.
Möge Gott diese Menschen, dieses Projekt und diese Kinder segnen und behüten. Amen.

Wer Kenia noch nie besucht hat oder keine Dorfschulen kennt, wundert sich vielleicht über die einfache Küche oder über die Toiletten. Doch das ist hier Alltag. Und tatsächlich sind diese Toiletten bereits gehobener kenianischer Standard. Ich habe auf meinen vielen Reisen schon ganz anderes gesehen.


Was am Ende bleibt, ist eine große Hoffnung – und eine Bitte:
Dass diese Schule den Kindern erhalten bleibt.
Dass es Spenderinnen und Spender gibt, um weitere Kinder aufnehmen zu können.
Und dass eines Tages ein zweiter Klassenraum mit einer weiteren Lehrkraft möglich wird. Die Kinder unterscheiden sich alters- und bildungsmäßig stark – bald wird eine neue Lösung nötig sein, um optimal unterrichten zu können.
Danke, dass ich dort sein durfte.
Danke, Pamela, für deine Freundschaft.
Danke, Steffi, für dich und für TUMAINI.
Von Herzen,
Eure Petra Scherz
P.S.: Besonders berührt hat mich, dass Pamela einige „meiner Kinder“ aus meiner Zeit in Kilifi (2006–2019) kennt – und bis heute Kontakt zu ihnen hält. So wie ich.
Es gibt Zufälle, die sind definitiv keine.